Aufnahmeprüfungs Marathon 2013
Aufnahmeprüfungen 2013
Letzte Schritte
Simone | 14.05.2013 um 12:22

Hallo,


lang ist's her, aber man müsste sich wahrscheinlich mehr Gedanken machen, wenn ich jeden Tag etwas posten könnte!
Das, was von meinem Hirn noch übrig ist, macht mir inzwischen die Hölle heiß und möchte unbedingt in Ruhe gelassen werden, was allerdings eher schwierig wird! Jetzt hat dieses klägliche Überbleibsel allerdings entschieden, drastischere Mittel zu ergreifen und es mal mit einer Grippe zu probieren, die legt einen doch eine Weile lahm. Nun gut, dann habe ich Zeit zum Schreiben!

Die Bewerbungen sind inzwischen alle abgeschickt, von München und Mainz kamen auch bereits die Prüfungstermine. Besonders viel Mühe gibt sich tatsächlich die Hochschule in Mainz, die mich gleich nochmal darauf hingewiesen hat, dass ich nach der ersten Bewerbung - mit Zeugnis, Lebenslauf, Anmeldeformular, Passbildern, Rücksendeumschlag und Repertoireliste - gleich noch einen Antrag auf der Homepage ausfüllen und ihnen den zuschicken soll, so im Sinne von "doppelt beworben hält besser". Na ja, ich habe ja sonst zum Glück nichts zu tun.


 


Weil viele Leute, die mich nach meinen Prüfungen fragen, sich nicht so viel unter "Gehörbildung" vorstellen können, sind hier mal ein paar Beispiele:


" target="_blank">www.musikwissenschaften.de">www.musikwissenschaften.de
Hier kann man wunderbar Intervalle hören und bestimmen üben. 


 


" target="_blank">www.classic.musictheory.net">www.classic.musictheory.net
Eine tolle Seite zum Akkorde und Tonleitern üben!


 


" target="_blank">www.lehrer.uni-karlsruhe.de">www.lehrer.uni-karlsruhe.de
Hier findet ihr einige Tonfolgen, die ihr hören und erkennen müsst.


 


Gehörbildung ist keine Kunst (der Satz ist DEFINITIV nicht von mir!), sondern reine Übungssache. Was es allerdings auch nicht besser macht, denn dieses Üben ist meiner Meinung nach sehr mühsam und auf die Dauer unglaublich langweilig, aber was will man machen! Beruhigend ist ja, dass man es wirklich üben kann, dazu muss man aber wirklich dran bleiben und sollte das alles nicht unterschätzen! Bei Intervallen funktioniert es noch sehr gut, wenn ihr euch Melodieanfänge einprägt. Die ersten beiden Töne von "Alle meine Entchen" eignen sich prima für die große Sekunde aufwärts, das Feuerwehr "Ta-Tü" ist eine Quarte usw. Sucht euch Melodien aus, die ihr gut im Ohr habt, und versucht die Intervalle zu singen, das hat mir sehr geholfen.

Zum Glück besteht so eine Prüfung nicht nur aus Gehörbildung, es gibt natürlich auch einen theoretischen Teil, in dem Harmonielehre abgefragt wird. Das kann man sich prima mit Büchern aneignen, ich habe dafür die Harmonielehre von Frank Haunschild und die neue Jazz Harmonielehre von Frank Sikora verwendet, beides sehr gute und genial geschriebene Bücher, die einen super Überblick liefern! Natürlich ist es auch hier hilfreich, einen Lehrer zu haben, den man mit Fragen bombadieren kann, denn das ist nahezu unumgänglich.

Das dritte Hindernis auf dem Weg zur Aufnahmeprüfung ist natürlich die Auswahl der Stücke, die man vortragen möchte, und ich muss zugeben, dass ich mich auch jetzt noch nicht komplett festgelegt habe. Wichtig ist, dass ihr dabei die Anforderungen der einzelnen Hochschulen genau durchgeht, nur drei Songs vorzubereiten reicht meistens nicht. Ich habe mir ein kleines Repertoire "angeübt", aus dem ich dann auswählen kann:

Larry Carlton - The Prince
Robben Ford - On That Morning
Marks/Simons - All Of Me
The Ventures - Walk Don't Run (in einer Version von Johnny A)

und zwei eigene Stücke, in beiden Fällen Instrumentals, die wohl ganz gut das zeigen, was ich so mache.

Man muss es schon wirklich wollen und sollte genug Zeit für diese Vorbereitungen haben, es ist umfangreich und selbst, wenn man  monatelang durchgeschuftet hat, ist man immer noch nicht "fertig" oder hat auch nur ansatzweise das Gefühl, an ein Ende zu gelangen, denn so eines gibt es in dem Fall enfach nicht. Blöd, oder?
"Nicht entmutigen lassen" klingt unglaublich abgedroschen und ist es wohl auch, aber der Satz sollte sich fest im Hinterkopf verankert haben, schließlich macht man das alles, um später das tun zu können, was man wirklich will, und das ist ein Privileg, das nur ein kleiner Teil der Bevölkerung wirklich besitzt. 
Ein bisschen ist es wohl wie mit der Philosophie, aus einer Frage entsteht keine Antwort, sondern eine weitere Frage; mit diesem Prinzip sollte man klar kommen, aber ich muss sagen, ich würde nicht tauschen wollen :)

Anfang Juni geht es in Mainz oder in Stuttgart los, ich werde auf jeden Fall weiter berichten!

Danke fürs Lesen!

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1 Kommentare | 259 Views
David Gloster
15.05.2013 22:06
Wow - "Walk Don't Run" war die allererste Melodie, die ich auf der Gitarre gelernt habe, vor 52 Jahren! Allerdings habe ich nur die Shadows-Version gekannt. Das ruft vielleicht Erinnerungen zurück! "On That Morning" ist auch schön. Klingt als ob er finger style Oktaven spielt wie Wes Montgomery das gern gemacht hat. Ich wünsche Dir viel Erfolg. Du hast dafür hart gearbeitet. Und, Gute Besserung! David